
Erich Gmünder, Text und Fotos
Coronabedingt fand der alljährige Grossanlass in reduziertem Rahmen und ohne die obligate Tombola und das Risottoessen statt. Statt der oft über 200 Teilnehmenden fanden trotzdem und trotz strömendem Regen über 100 Mitglieder den Weg in den festlich geschmückten Saal. Stadtpräsidentin Maria Pappa würdigte in ihrem Grusswort am Schluss der Versammlung den Einsatz des Hilfswerks.
Rund ein Viertel der 400 Mitglieder von Hand für Afrika fanden sich am Samstag, 28. August zur 18. Hauptversammlung in der GBS-Aula ein.
Trotz Corona weitergearbeitet
Auch Senegal, das Zielland der Hilfe aus der Ostschweiz, ist von der Pandemie betroffen, auch wenn die Regierung früh gehandelt und die Folgen etwas eingedämmt habe. Damit war auch die Arbeit des Hilfswerk Hand für Afrika etwas eingeschränkt, da seit zwei Jahren keine Reisen mehr zu den Projekten stattfinden konnten.

Auffallend ist: Wurden anfänglich vor allem in die Bildung investiert, werden nun umfassende Verbesserungen für die Bevölkerung getätigt, mit Investitionen in Landwirtschaftsprojekte, Trinkwasserversorgung und medizinische Versorgung sowie Nothilfe für die Ärmsten der Armen. Und jährlich werden mehrere Container mit Hilfsgütern wie Kleider, Schulmöbel etc von Freiwilligen beladen und nach Senegal geschickt.
Weiterer grosser Schulhausbau
Einer der Schwerpunkt ist zurzeit die Schule Sainte Thérèse de Lisieux in Khombole. Trotz verschiedener baulicher Massnahmen in den letzten Jahren sind die Platzverhältnisse wieder eng geworden. So mussten dringend ein neuer Kindergarten und eine Toilettenanlage gebaut werden.

„Seit Jahren waren die Kinder in zwei dunklen, kalten, fensterlosen Räumen untergebracht, welche sie auch zeitweise nicht benutzen konnten, da sie anderweitig gebraucht wurden. Khombole hat nun einen sehr schönen geräumigen und freundlichen Kindergarten und eine Toilettenanlage für die Kinder. Mit dem nächsten Container werden wir noch verschiedene Kindergartenmöbel und Spielwaren mitbringen.“



Gleichzeitig wurde von Ingenieuren geprüft, ob die bestehenden Möglichkeiten aufgestockt werden könnten. Neu sind 12 Klassenzimmer möglich, zusätzlich ein Administrativgebäude. Auf den Dächern wird eine zusätzliche Solaranlage erstellt. Insgesamt wird mit Kosten von rund 270’000 Franken gerechnet.

Linderung von Leiden und Geburtshilfe
Zweiter Schwerpunkt ist der Bau einer Krankenstation in Ngascop. Dort hat Hand für Afrika bereits 2008 eine Schule gebaut, nachdem die Schüler dort vorher unter den Bäumen unterrichtet worden waren. Auch eine Unterkunft für die Lehrer wurde errichtet, und die Pfarreiräumlichkeiten erweitert. Aus finanziellen Gründen musste ein Gesuch der Gemeinde für eine Krankenstation 2015 abgelehnt werden. Nun ist es soweit: Mit Unterstützung eins Schweizer Ärzteehepaares und unter Führung von Abbé Ambrosius wurden Pläne für eine Krankenstation entworfen. Die Kosten von Fr. 270’000 überstiegen aber die Möglichkeit von Hand für Afrika.

Weitere kleinere Projekte waren der Bau eines Klassenzimmers in Gadiak und die Erstellung eines Wasserturmes in Babak, mit Unterstützung des Schweizer Bauordens.
Hilfe zur Selbsthilfe
Ein weiteres Vorzeigeprojekt von Hand für Afrika in Sachen Hilfe zur Selbsthilfe ist das Landwirtschaftsprojekt in Godéle. Doch das Projekt war gefährdet: Die Böden waren zunehmend versalzen, durch den Anstieg des Meeresspiegels als Folge des Klimawandels. 2018 wurde von Hand für Afrika ein Antisalzdamm gebaut, der nun erste Erfolge zeitigt. Falls in den nächsten 5 Jahren genügend Regen fällt, soll das Salz aus den Böden verschwunden resp. ausgeschwemmt sein, so hofft Agnes Benz.



Bildung ist nach wie vor im Zentrum
Agnes Benz zog ein positives Fazit der bisherigen Arbeit, die bereits vor rund 20 Jahren begann. „Wir haben 12 grosse Schulen für je ca. 800 -1000 Kinder und 6 kleinere Schulen und Kindergärten gebaut, alles zum Wohle des Kindes. Die Schulen werden von der diözesanen Schulverwaltung des Bistums Thiès geleitet, stehen jedoch allen Kindern offen und werden zu rund 90 Prozent von muslimischen Kindern besucht. Es sind die beliebtesten Schulen in der Region und deshalb auch mehrheitlich überfüllt.“
Einen wichtigen Teil dazu leisten die Patenschaften. Mit den Einnahmen konnte in den letzten bald 20 Jahren vielen tausend Kindern der Schulbesuch ermöglicht werden. Zurzeit unterstützen 786 Schweizer Patinnen und Paten insgesamt 1065 Patenkinder – rund 120 Kinder warten zurzeit noch auf eine Patenschaft, welche es ihnen ermöglicht, gratis die Schule zu besuchen.
Was die Projekte und insbesondere die Patenschaften für die jungen Menschen bedeuten, schilderte Abbé Ambrosius, welcher die Arbeit von Hand für Afrika in Senegal administriert. So habe er kürzlich einen jungen Mann getroffen, der dank der Hilfe aus der Schweiz trotz der Armut der Eltern eine Schulbildung erhielt und schliesslich ein Studium als Ingenieur abschliessen konnte. „Ich selber durfte dank eines Paten studieren und erhielt so die Chance, im Land zu wirken und damit wieder etwas zurückzugeben“, sagte Ambrosius, der lange Jahre der Caritas in Senegal als Direktor vorstand.
Erfolgreiche Weihnachtsaktion


Jahresbericht, Rechnung und der Bericht der Revisionsstelle, vorgetragen von Reto Schneider, wurden einstimmig genehmigt.
Im Anschluss wurde den Anwesenden Snacks offeriert, darunter senegalesische Spezialitäten von zwei senegalesischen Köchinnen.
Termin der nächsten HV ist am Samstag, 19. März 2022.
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Hintergrund/Dossiers:
Landwirtschaftsprojekt in Godèle
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