
Erich Gmünder, Text und Fotos
Bei der Entwicklung des Quartierzentrums soll auch die Quartierbevölkerung ein Wörtlein mitzureden haben. Am Neujahrsapéro im ehemaligen Postgebäude wurde die angebotene Beteiligung – dem Quartierverein wurde ein Sitz in der Wettbewerbsjury offeriert – stark kritisiert und eine stärkere Partizipation gefordert.
Gisela Bertoldo – erstmals in ihrer neuen Rolle als Präsidentin des Quartiervereins – begrüsste rund 25 Besucherinnen und Besucher, welche am Eingang ihr Zertifikat vorweisen mussten. Einige, darunter auch der angekündigte Stadtrat Markus Buschor, Direktion Bau und Planung, sowie die Hälfte des Vorstandes, hatten sich wegen der aktuellen Situation entschuldigt, die anderen kamen an diesem Abend voll auf ihre Rechnung.
Allerdings erst im zweiten Teil des Abend, bei einer engagierten und teils sehr emotionalen Diskussion.

Unzufrieden mit Mitspracheangebot
In der Folge gab es keine inhaltliche Auseinandersetzung – wie stark darf und soll das Erscheinungsbild des Zentrums verändert werden oder gibt es dann noch Raum für die bestehenden Quartiergeschäfte? – sondern es wurde unisono Kritik geübt an der mangelnden Einbindung des Quartiers in den Entwicklungsprozess.
Echte Partizipation dürfe sich nicht beschränken auf eine Vertretung in der Jury oder eine Stellungnahme des Vorstandes, sondern diese aufzugleisen und durchzuführen sei Sache der Stadtverwaltung – analog zum Partizipationsprozess beim Schulhausneubau, bei dem alle betroffenen Kreise angesprochen wurden. Auch der vorgestellte straffe Zeitplan dürfe nicht angeführt werden als Begründung, auf eine intensive, basisnahe Auseinandersetzung mit der Zentrumsentwicklung zu verzichten.
Auf Nachfrage gab denn auch Yvonne Bischof zu verstehen, dass der Zeitplan nicht sakrosankt sei und mindestens die Phase Wettbewerbsprogramm – bei der es um die Formulierung wichtiger Ziele und Bedingungen geht – zeitlich um ein paar Monate oder ein halbes Jahr ausgedehnt werden könne.

In engagierten und teils emotionalen Voten wurde kritisiert, dass man sich im Quartier bei dem skizzierten Vorgehen nicht ernst genommen fühle, sowohl als betroffene Quartieranwohner:innen wie auch als Steuerzahler:innen. Nur eine Stimme in der Wettbewerbsjury reiche nicht, um die Interessen der Quartierbevölkerung abzubilden. Diskutiert wurde auch, ob eine elektronische Diskussionsplattform sinnvoll wäre; aufgrund der mangelnden Nutzung bei anderen Partizipationsvorhaben habe man darauf verzichtet, erklärte Yvonne Bischof.


Nach der engagierten Diskussion gab es beim Apéro ausreichend Gelegenheit, sich mit den beiden Vertreterinnen der Stadt sowie untereinander auszutauschen und auf das neue Jahr anzustossen.
[post_teaser id=“22259, 15077, 15148, 13928″]

