Gut fünfzehn Jahre lang sorgte Noldi Duttweiler zusammen mit seiner Frau Madeleine dafür, dass jedes Riethüsli-Magazin seinen Weg in die Briefkästen fand. Mit 83 Jahren gibt er seine Aufgabe weiter – dankbar, erfüllt und mit einem grossen Stück Quartiergeschichte im Herzen.

Schon wieder geht es um einen Riethüsler, der über lange Zeit sehr wichtig für unser Magazin war: Noldi Duttweiler. Er kümmerte sich um die Verteilung der Zeitung und war deshalb weniger sichtbar, blieb im Hintergrund. Jetzt, mit 83, möchte er die Aufgabe an jemand Jüngeren weitergeben.

Gosse Verbundenheit mit unserem Quartier

Noldi Duttweiler ist ein eingefleischter Riethüsler, eigentlich müsste man sagen, er ist ein «Im Grundler». Aufgewachsen ist er an der Adresse Im Grund 6 und hat bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr dort gewohnt. Es gab danach zwar schon Wohnungswechsel, aber kleinräumig: Vom Im Grund ging es für fünf Jahre in den Scheffelstein und nach der Hochzeit mit Madeleine dann an die Solitüdenstrasse. Seit 18 Jahren aber ist die Familie wieder «Im Grund», Hausnummer 16, zu Hause. Vor der Eingangstür zur Wohnung im obersten Stock fällt sofort ein Faksimile des Original Klosterplans auf, der den Treppenabsatz schmückt. Daneben das Plakat eines Skispringens auf der Riethüsli-Schanze aus dem Jahr 1954. Das sind wertvolle Dokumente der Heimatverbundenheit.

Ohne Noldi kein Magazin im Briefkasten

Noldi hat sich, mit grosser Unterstützung von Madeleine, um unsere Quartierzeitung sehr verdient gemacht. Seit 2010 organisiert er die Verteilung des Blattes und war zuvor bereits als Verträger im Einsatz. Es ging und geht ums Abholen in der Druckerei, aktuell ist dies die Druckerei Niedermann an der Letzistrasse. Danach erfolgt die Aufteilung in zehn Pakete. Diese werden dann von ihm an die Verträgerinnen und Verträger weiterverteilt. Diese haben ein genau definiertes Gebiet, und so finden alle Riethüsler zweimal im Jahr das Magazin im ihrem Briefkasten. Hinzu kommt der Versand an etwa hundert Abonnenten, Interessenten und Behörden per Post. Mit tatkräftiger Hilfe von Madeleine werden die einzelnen Exemplare kuvertiert, etikettiert, frankiert und zur Post gebracht. Zweimal im Jahr gibt es also richtig viel Arbeit. Noldi ist jetzt 83, und so wird ihm das allmählich zu viel. Dafür kann man nur grosses Verständnis haben, verbunden mit einem noch grösseren Dank für das Engagement, das er über so viele Jahre für das Riethüsli Magazin hatte. Ab kommendem Jahr muss jetzt ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht werden.

Zufriedenheit im Beruf und im Privatleben

Auf die Frage nach seinen Hobbys kommt man rasch auf die Freude an der Natur zu sprechen, insbesondere an den Bergen. Noldi war im SAC engagiert, früher sogar als Tourenleiter. Bis heute liebt er das Wandern, wenn auch die Ansprüche altersbedingt nicht mehr so hoch sind. Ausserdem gibt es im Bücherregal noch reichlich Lesestoff, der darauf wartet, endlich zur Hand genommen zu werden. Als grossen Wert empfindet er, in Frieden mit seiner Umgebung zu leben, immer eine zufriedenstellende Arbeit gehabt, und – last not least – die richtige Frau fürs Leben gefunden zu haben. Diese Zufriedenheit mit ihrem Leben strahlen die beiden spürbar aus.

Was die Arbeit angeht, so ist Noldi gelernter Schriftsetzer, eine Fertigkeit, die heute definitiv nicht mehr gefragt ist. Die Lehre hat er in der Druckerei Zollikofer absolviert. Trotz des technischen Wandels blieb er dem Druckereiwesen bis zu seiner Pensionierung vor 18 Jahren treu, in späteren Jahren im Bereich Auftragsbearbeitung und Kalkulation. Madeleine ist beruflich als gelernte Hebamme in der Medizin zu Hause. Bis sie die Ausbildung beginnen durfte, damals erst mit 20 Jahren, arbeitete sie als Schwesternhilfe in Niederuzwil. Ausserdem lernte sie Sprachen: Französisch in der Welschschweiz, Italienisch im Tessin. Das sollte sich später als nützlich erweisen, da sie im Kantonsspital, wo sie in der Geburtshilfeabteilung gearbeitet hat, oft als Dolmetscherin gefragt war. Mit der Familiengründung beendete Madeleine 1967 ihre Berufstätigkeit, war danach aber gelegentlich noch als Aushilfe im Einsatz.

Auch schwierige Zeiten wurden gemeistert

Nicht immer waren die Zeiten einfach. Ihr zweiter Sohn Felix kam mit einer Kleinhirnschädigung zur Welt. Er benötigte und benötigt auch heute noch Unterstützung wegen der bestehenden Gangunsicherheit und gestörten Motorik. Aktuell ist er 53 Jahre alt und arbeitet in der «Valida», da gefällt es ihm und er wird gut betreut. Das ist eine grosse Erleichterung für die Eltern. Der erste Sohn, Martin, ist 1968 geboren. Seit seiner Lehre als Spediteur im Bereich Luftfracht arbeitet er ohne Unterbrechung in der St.Galler Niederlassung einer gossen Spedition, wo sein Arbeitsplatz trotz Besitzerwechseln erhalten blieb. Seine beiden Kinder, ein Bub und ein Mädchen können mit den Grosseltern manches schöne Erlebnis teilen, was Fotos in der Wohnung beweisen.

Noldi und Madeleine sind ein gutes Team, mit sich und der Welt im Reinen. Sie können auf ein gelungenes Leben zurückblicken. Man kann ihnen nur das Beste für die kommenden Jahre wünschen, verdientermassen ohne die Verantwortung für die Logistik unseres Magazins. Zum Schluss also noch der Aufruf an alle, die sich vorstellen können, in die Fussstapfen von Noldi zu treten. Ab der Sommerausgabe im kommenden Jahr ist die Aufgabe vakant und dringend zu besetzen. 

Wer sich interessiert, meldet sich direkt bei Nicola Zoller, Tel. 079 420 80 42, redaktion@riethuesli.com