
Erich Gmünder, Text und Fotos
Seit dem Frühjahr wird an der Neugestaltung der Teufener Strasse gebaut. Nun spricht der zuständige Bauleiter Urs Kellenberger über die Schwierigkeiten, welche Verzögerungen im Bauprogramm geführt haben – und dass nicht zuletzt dank Wetterglück die für 2019 geplanten Rohbauarbeiten der Bauabschnitte A bis C doch noch Ende dieser Woche abgeschlossen werden können.
Seit dem Wochenende schlängelt sich der Verkehr nicht mehr auf Umleitungen, zum Teil über die neuen Trottoirs durch die 550 Meter lange Baustelle in unserem Quartier. Die Fahrbahnen konnten asphaltiert werden und wurden nun für den motorisierten Verkehr freigegeben.


Der Wettergott spielte mit

Dass dies vor dem Wintereinbruch noch möglich war, ist für die Strassenbauer ein Glück – bei einem grösseren Schneefall hätte sich der Belagseinbau verzögert und damit hätte die provisorische Verkehrsführung noch länger gedauert. Diese führte bei den einen oder anderen Verkehrsteilnehmern zu Orientierungsproblemen und kritischen Situationen, wie Urs Kellenberger selber beobachten konnte. Doch im Grossen und Ganzen windet er den Autofahrern ein Kränzchen: Sie hätten sich den Verhältnissen angepasst und Verständnis gezeigt – Reklamationen habe es nur ganz wenige gegeben. Und er ist auch froh, dass die intensive Bauphase bei vollem Verkehr ohne Unfälle abgeschlossen werden konnte.
Aus dem Bahntrassee wird eine Promenade

Nochmals eine Bus-Umleitung
Noch nicht abgeschlossen werden konnte die Platzgestaltung bei der Einmündung der Im Grund-Strasse, wo gleich neben dem früheren Postgebäude ein kleiner Quartierplatz entsteht. Dies aus gutem Grund: Hier wird von Ende März bis Mai während rund sechs Wochen nochmals der Riethüslibus via Umleitung über die provisorische Haltestelle Im Grund ausweichen, während die Arbeiten am Wendeplatz Demutstrasse abgeschlossen werden. Erst dann können die Bauarbeiten bei der neu rechtwinkligen Einmündung zu Ende geführt werden.

Zur gleichen Zeit wird auch der Knotenpunkt Demutstrasse/Teufener Strasse fertigerstellt und mit einer gesteuerten Lichtsignalanlage versehen. Diese Arbeiten sollen ebenfalls im Mai beendet sein – die Voraussetzung für den Rückbau der Passerelle, welche bis dahin noch als sicherer Schulweg dient.
Das dicke Ende folgt…
Ursprünglich war geplant, den unteren Teil der Teufener Strasse zwischen Hochwacht und Fellenbergstrasse ebenfalls noch dieses Jahr im Rohbau zu erstellen. Aufgrund der zeitlichen Verzögerungen im oberen Teil wurde schon im Herbst entschieden, diesen Abschnitt auf das nächste Frühjahr zu verschieben. Weil hier die Platzverhältnisse enger sind, komme man nicht darum herum, eine Lichtsignalanlage mit einspuriger Verkehrsführung einzusetzen, weshalb mit entsprechendem Stau zu rechnen sei. Jene Arbeiten sind zwischen März und Juni 2020 geplant.
Der Finish erfolgt in den Sommerferien: Da wird der Deckbelag eingebaut. Dazu wird geprüft, ob die Strasse in einem Teilbereich während eines Wochenendes total gesperrt werden kann. Die Zufahrt zum Quartier Oberhofstetten – insbesondere auch für den 10er-Bus – , soll jedoch dank der Ausführung in zwei Etappen und Umleitung via Hochwachtstrasse-Fähnernstrasse soweit wie möglich gewährleistet sein.
Erstens kommt es anders….
Immer wieder angesprochen wird man im Quartier auf die Tatsache, dass die Bauzeit länger als geplant dauert und damit die Geduld der AnwohnerInnen wie auch der durchfahrenden VerkehrsteilnehmerInnen auf die Probe gestellt wurde. Hätte die ausführende Baufirma nicht einfach mehr Personal einsetzen können, um den Bauprozess zu beschleunigen?

Dazu kam, dass man auch bei den Werkleitungen auf Überraschungen gestossen sei, und dadurch Anpassungen in der Trasseeführung nötig waren.
Zwar spielte das Wetter grösstenteils mit, es habe aber auch längere Niederschlagsperioden gegeben, weshalb man den Belagseinbau teilweise mehrere Wochen habe verschieben müssen. Das habe dann den Eindruck gemacht, dass nicht mit dem nötigen Effort gearbeitet werde, sagt Urs Kellenberger.
Und angesprochen auf die eingangs gestellte Frage zum Personaleinsatz: Der Bauleiter glaubt nicht, dass mit mehr Personen effizienter hätte gearbeitet werden können. „Aufgrund der vorher erwähnten vielen kleinen Überraschungen und entsprechenden Wartezeiten wären sich die Arbeiter auf den Füssen gestanden.“ Eine Alternative wäre die Einführung eines Schichtbetriebs gewesen. Dieser wäre aber mit Immissionen für die Anwohnerschaft verbunden gewesen, weshalb mit wenigen Ausnahmen darauf verzichtet wurde.
Die beiden Bautrupps im Strassenbau und ein dritter für den Werkleitungsbau hätten effizient und motiviert gearbeitet – und das zum Teil unter extremen Bedingungen: von hochsommerlicher Hitze mit Temperaturen bis zu 37 Grad bis solchen unter dem Gefrierpunkt.
