Mein Vorschlag: Gehen Sie von der Falkenburg aus auf dem Kachelweg in Richtung St.Georgen. Nach etwa 200 Meter steigen Sie rechts hoch gegen den Eingang zum Berneggwald. (Halt! Sind wir da nicht schon auf dem Boden des St.Georgen-Quartiers? Ähm. Ja, eigentlich schon. Aber «gefühlt» gehört halt der ganze Berneggwald zum Riethüsli. Oder?).
Gleich nach diesem Wald-Eingang stehen Sie dann vor einem furchterregenden Gebilde, das Sie in die Zeit der Dinosaurier zurückversetzt, genauer in die Zeit der Theropoden. Die haben etwa 150 Millionen Jahre vor unserer Zeitrechnung gelebt. «Theropoden» sind eine Saurierart, die auf zwei Beinen gerannt ist, auf mächtigen Füssen mit grauenhaften drei Vorder-Zehen. Fleischfresser!
Unser Schrecken ist berechtigt. Aber keine Angst! Wenn Sie hochschauen, sehen Sie, dass Sie vor dem unglaublichen Wurzelwerk einer Buche stehen, die geschätzte 30 Meter hoch ist. Und wenn unser Chefredaktor und Fotograf Erich Gmünder sein allwissendes Handy auf diesen Baum richtet, dann zeigt das Display an: «Rotbuche». Der Name, sagt Google, kommt offenbar vom leicht rötlichen Holz und den braunrötlichen Herbstblättern. Vor Ihnen also kein Theropoden-Fuss, sondern ein riesiges Wurzelstock-Ungetüm, das kaum zu beschreiben ist, weil es nicht genügend Wörter dafür gibt. –
Wurzeln, die grobschlächtig durch die Luft auf den Weg und teils in dessen Kies-Erde hinunterragen; gewalttätig verknöcherte, verknorpelte Klauen wie bei den Theropoden; unförmig dicke, verdrehte und teilweise verletzte Schwinger-Oberschenkel, da und dort von Moos verunstaltet; dunkle, kindergrosse Höhlen bildend, vor hartem Nagelfluh-Hintergrund. Wie und warum ist dieses fürchterliche Freiluft-Gebilde entstanden, das aussieht, wie wenn es den gewaltigen Stamm vor dem Umstürzen bewahren wollte?
Unser Ortsbürger-Wald-Experte Urban Hettich vermutet, dass beim Erstellen des Wanderwegs vor vielen Jahren das Erdreich unter den Flachwurzeln im Lauf der Zeit ausgeschwemmt worden ist und allmählich einen Teil dieser Wurzeln freigelegt hat. Wie alt ist diese Buche mit ihrem Saurierfuss eigentlich? Etwa 140 Jahre, vermutet Hettich. Waaas? Geboren 1880! Da gab‘s ja schon die ersten Vorstösse für das Schweizer Frauenstimmrecht! – Demnach war dann unsere Buche zur Zeit der wirklichen Einführung dieses Stimmrechts schon gut 100 Jahre alt! Und wenn wir zu diesen 140 Jahren noch einmal so viele dazurechnen würden? (Es heisst, Rotbuchen könnten bis zu 300 Jahre alt werden).
Also: 2021 plus 140: Das wäre ja schon das Jahr 2161! Aber dannzumal wäre unsere Buche wohl doch schon «friedlich entschlafen» und verschwunden. Und wahrscheinlich würde es den ganzen Berneggwald überhaupt nicht mehr geben. Denn das Klima wäre zu jener Zeit voraussichtlich schon lange zu Ende gewandelt worden. – Aber wer weiss, vielleicht würden sich schon wieder ganz kleine Rotbuchen-Triebe zeigen. Und Menschen? Müssen nicht unbedingt sein.
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