Bei der zehnten Austragung des Seifenkistenrennens im Riethüsli passte beinahe alles: strahlendes Sommerwetter, spannende Rennen, keine Unfälle und eine Organisation, die auch kleinere Probleme rasch löste – oder dank guter Vorbereitung gar nicht erst entstehen liess. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt: Würste, Hamburger, Käseschnitten, Kuchen, Zuckerwatte und genügend Getränke machten aus dem Renntag ein Fest für das ganze Quartier. Es war ein nahezu perfekter Anlass – und zugleich ein eindrücklicher Beweis dafür, was mit viel Erfahrung, zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie breiter Unterstützung aus dem Quartier möglich ist. Im Interview zieht OK-Präsident Andi Bernet Bilanz.

 

Welches besondere Gewicht hat für Dich als OK-Präsident das 10. Seifenkistenrennen im Riethüsli? Wir dürfen nun seit über 20 Jahren das Seifenkistenrennen im Quartier durchführen. Alle 2 Jahre haben uns das Quartier und der Quartierverein tatkräftig unterstützt, was nicht selbstverständlich ist. Das Rennen ist unterdessen einer der grösseren Anlässe im Quartier und zieht jedes Mal rund 60 Fahrer:innen an – die Hälfte davon aus dem Quartier, der Rest aus der ganzen Schweiz, da unser Rennen zur Schweizer Meisterschaft zählt. Dieses Jahr waren es sogar 73 Startende. Man sieht: Jedes Rennen hat besonderes Gewicht – die zehnte Durchführung zeigt, dass wir grosse Unterstützung aus dem ganzen Quartier erhalten, wofür wir uns als OK im Namen der jugendlichen Fahrerinnen und Fahrer herzlich bedanken.

Das Riethüsli-Rennen ist Teil der Schweizer Seifenkisten-MeisterschaftWie wirkt sich dieser Status auf das Rennen aus? Einerseits steigert er die Attraktivität des Rennens im Riethüsli enorm, da das Fahrerlager der Fahrer:innen mit Lizenz immer wieder beeindruckend ist. Und man darf nicht vergessen, dass die Durchführung ohne Unterstützung der IG Seifenkiste -seifenkisten.ch gar nicht möglich wäre. Zeitmessung, Streckenführung, Startrampe und Lautsprecheranlage werden alle von der IG zur Verfügung gestellt. Andererseits besteht die Herausforderung darin, allen Pilotinnen und Piloten ein attraktives Rennen zu bieten: sowohl jenen aus dem Quartier als auch jenen mit einer Rennlizenz.

Welche Sicherheitsmassnahmen werden jedes Mal umgesetzt, um Fahrerinnen und Fahrer zu schützen? Wir halten uns an die Vorgaben der IG Seifenkisten, die aufgrund ihrer grossen Erfahrung genau wissen, worauf es ankommt. Die Fahrerinnen und Piloten müssen Integralhelme, Handschuhe und Schuhe sowie Langarm-Oberteile und lange Hosen tragen. Die Seifenkisten müssen einer umfassenden Kontrolle standhalten, sonst dürfen sie nicht starten. Damit die Teilnahme dennoch für alle möglich ist, stehen genügend Mietrennkisten zur Verfügung. Die Strecke ist mit Pneus geschützt, abgesperrt und wird von Streckenposten überwacht. Es besteht ein Fahrverbot für Fahrzeuge. Eine Ärztin steht bereit, falls dennoch etwas geschehen sollte. Das Sicherheitskonzept wird bei jedem Rennen auch von der Stadt und der Polizei geprüft.

Am Sonntag war die Oberhofstettenstrasse gesperrt. Welche Auswirkungen hatte dies auf die Anwohner und den öffentlichen Verkehr, insbesondere auf die Buslinie 10? Wie erwähnt, bestand ein Fahrverbot, und die Linie 10 war den ganzen Tag nicht in Betrieb. Wir hatten dafür selbstverständlich eine Bewilligung der Stadtpolizei und bedanken uns an dieser Stelle bei allen Anwohnerinnen und Anwohner für die Flexibilität. Es gab in all den Jahren kaum Einsprachen. Wenn doch, haben wir persönlich Kontakt aufgenommen, die Situation erklärt und besprochen. Wir haben immer eine Lösung gefunden.

Am Samstagabend fand ab 18:00 Uhr das Quartierfest statt. Was haben die Besucherinnen und Besucher serviert bekommen? Wir haben wie gewohnt ein einfaches Angebot an Verpflegung und Getränken serviert, das auch Vegetarisches auf der Karte abdeckte. Wir haben gelernt, dass die meisten Besucher ein gemütliches Zusammensitzen bevorzugen und haben deshalb keine musikalische Unterhaltung mit Live-Musik eingeplant, wie dies teilweise in den vorherigen Durchführungen der Fall war.

Es gab verschiedene Fahrerkategorien wie z. B. Lizenzfahrer, Fun-Fahrer und Altersklassen für Schüler. Wie funktionierte diese Unterteilung? Lizenzfahrer sind, wie erwähnt, jene, die von der IG Seifenkisten eine Lizenz besitzen, an der Schweizer Meisterschaft teilnehmen und um Punkte kämpfen. Bei den Quartierpiloten haben wir unterschiedliche Kategorien nach Alter. In allen Kategorien erhielten die ersten drei Rangierten einen Pokal. Die besten Quartierfahrerinnen  und Fahrer erhalten zudem eine Einladung an die Schweizer Meisterschaft und können dort teilnehmen.

Wie viele freiwillige Helferinnen und Helfer waren im Einsatz? Über 50 Personen aus dem Quartier waren in diversen Funktionen dabei. Zudem erhalten wir wertvolle Unterstützung vom Quartierverein und von der Jubla Riethüsli-St. Otmar. Ohne diese tatkräftige Hilfe und den Support der IG Seifenkisten wäre das Rennen nicht möglich gewesen. Zudem haben wir zahlreiche Sponsoren, die uns teilweise seit Jahren finanziell unterstützen. Auch hierfür möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken. Wir blicken bereits heute auf das nächste Rennen in zwei Jahren.

Ein solcher Anlass ist nur dank vieler helfender Hände und der Unterstützung zahlreicher Sponsoren möglich. Sie alle trugen dazu bei, dass das sympathische Quartierrennen erneut zu einem Fest für das ganze Riethüsli wurde. Auch TVO war vor Ort und berichtete über das Rennfieber im Quartier. Hier ansehen: https://www.tvo-online.ch/aktuell/riethuesli-im-rennfieber-seifenkisten-derby-begeistert-publikum-164596825