Hand für Afrika konnte an der 21. Hauptversammlung wieder über ein erfolgreiches Jahr berichten. Neben dem Schwerpunkt des Hilfswerks, dem Bildungswesen in Senegal, standen 2023 erneut ein Landwirtschaftsprojekt und eine Kranken- und Gebärstation draussen „im Busch“ im Fokus.
Präsidentin Agnes Benz, die vor kurzem von einem längeren Aufenthalt in Senegal zurückgekehrt ist, berichtete aber auch von Überlebenshilfe, die der Verein vor Ort leistete. So seien die wichtigsten Lebensmittel, Reis sowie Öl sehr teuer geworden: „Es gibt tausende von Familien, die kein Geld haben, um einzukaufen, die nie ein Lebensmittelgeschäft betreten können. Wir können es uns nicht vorstellen, was es bedeutet, wenn eine arme Familie 50 kg Reis und einen Bidon Öl geschenkt bekommt.“ Eine Spende bedeute für eine Familie den Himmel auf Erden sprich pures Überleben.

Statt Geschenkpaketen für Patenkinder werde in Zukunft Reisspenden im Betrag von 40 Franken empfohlen. „Sie helfen damit, die grösste Not zu lindern. Wir versichern Ihnen, dass alle diese Spenden an arme Familien verteilt werden“, so Agnes Benz.

Grossprojekt in Bambey: Vom Chindsgi bis zum Gymnasium


Zurzeit wird hier das grösste Projekt von HfA zum Ziel geführt: neuer Kindergarten, Renovation und Erweiterung der Primarschule um 6 Zimmer, Bau eines neuen Collège (Mittelschule) mit 12 Zimmern, Kantine, Bibliothek, Verwaltungsgebäude mit Informatikraum und einer Mauer rund um die Schulanlage zum Schutz vor Wind und Wildtieren.

Das Projekt wird in der Schweiz und mit regelmässigen Besuchen vor Ort von Vizepräsident Patrick Guidon begleitet. Die Einweihung soll 2025 gebührend gefeiert werden.

Ein Herzensprojekt von Hand für Afrika ist die Krankenstation in Ngascop, welche 2022 weit abseits der Landstrasse eröffnet wurde. Diese ist bereits weitgehend ausgelastet und hilft insbesondere Müttern, die aufgrund der Armut oft an ihre physischen und psychischen Grenzen kommen. Der Fokus liegt auf schwangeren Frauen, die hier, betreut von einer Hebamme, in Sicherheit gebären können und bei der Geburtsvorbereitung Dienstleistungen wie Schwangerschaftsuntersuch und Ultraschall kostenlos erhalten.

Um sie noch besser unterstützen zu können, wurde auf Anregung des befreundeten Hilfswerks „Kinder in Not“ ein Fond eingerichtet. Damit die Hebamme vor Ort wohnen kann und damit jederzeit abrufbar ist, soll für sie auf dem Areal der Krankenstation ein eigenes Logement gebaut werden. Das Schweizer Ärztepaar Carmen und Alex Steinacher, beide Mitglieder im Vorstand, unterstützt das Projekt seit Beginn aus fachlicher Sicht und ist regelmässig vor Ort.
Sehen lassen darf sich auch das Landwirtschaftsprojekt in Godèle, das mittlerweile sieben Dörfern mit über hundert Menschen Nahrung und Einkommen bietet. Viel wurde in den vergangenen Jahren in die Wasserversorgung sowie in Getreidemühlen investiert. Nun wurde eine Dreschmaschine für Hirse und Mais in Betrieb genommen, welche die Arbeit insbesondere für die Frauen erleichtert, die damit weniger hart arbeiten müssen und mehr Zeit für ihre Kinder haben. Ihre Männer sind für den Betrieb verantwortlich; die Maschine wird mit dem Pferd oder einem Auto von Dorf zu Dorf transportiert.

Container mit Schulmöbeln und Hilfsgütern aus der Schweiz
Jedes Jahr werden mehrere Container voller Schul- und Büromöbel, Computer und medizinische Einrichtungen und Material für Krankenstationen und Spitäler auf dem Schiffsweg nach Senegal verfrachtet. Bereits im April wird der nächste Container mit 70 Schülerpulten, Stühlen, 50 Rollstühlen und 20 Rollatoren verladen, ebenfalls mit Ziel Spitäler sowie einer Behindertenorganisation.

„Wir dürfen nicht müde werden, den Armen zu helfen, denn was wir an Gutem in der Welt weitergeben, das geht nicht verloren“, mit diesem eindringlichen Appell schloss Vereinspräsidentin und Gründerin Agnes Benz ihren bewegenden Jahresbericht.
Eindrückliche Gesamtbilanz nach 21 Jahren

Die Jahresrechnung 2023 schloss bei Einnahmen von Fr. 562’851 und Ausgaben von Fr. 571’422 leicht im Minus. Mit einem Kassenbestand von über Fr. 280’00 ist der Verein gut gerüstet fürs neue Vereinsjahr.
Der Jahresbericht sowie der Kassen- und Revisionsbericht wurden einstimmig und mit Applaus genehmigt, ebenso wie die Bestätigungswahlen für Vorstand und Revisoren.
Generationenwechsel in Sicht


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